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Hamburg schleust 2 – Die Rathausschleuse

Hamburg schleust 2 – Die Rathausschleuse

Die Rathausschleuse

Von der Elbe aus muss man nach der Schaartorschleuse auch noch die Rathausschleuse passieren, um die Binnenalster zu erreichen. Sie befindet sich am Rathausmarkt zwischen der Kleinen Alster und dem Alsterfleet und ist somit der Hauptabfluss der Binnen- und Außenalster. Da die Alsterdampfer mindestens 1,40 Meter Tiefe benötigen, wird der Wasserstand über die Höhe des Wehrs der Rathausschleuse konstant bei ca. drei Metern über Normal gehalten. Der Bereich inkludiert Binnen- und Außenalster, den kanalisierten Flussverlauf bis zur Fuhlsbüttler Schleuse und die Kanäle.

Durch ihren Bau 1846, nach dem Großen Brand, ermöglichte die damalige Alsterschleuse eine Schifffahrtsverbindung zwischen Alster und Elbe für alle gängigen Barkassen, Ewer und Schuten, anfänglich mit einer einzigen 24 Meter langen Schleusenkammer. Seit ihrer Erweiterung im Jahr 1890 hat die Rathausschleuse zwei Kammern, heute von je 35 Metern Länge und 7,2 Metern Breite, so dass Alsterdampfer, Lastkähne und Sportboote geschleust werden können. Auch hier wird der Abfluss des Alsterwassers während des Schleusenbetriebs unterbrochen und nur nachts durchgeführt, um den Einfahrtsbereich zur Schleuse für die Schiffe so strömungsarm wie möglich zu gestalten. Über Nacht wird dann abgebaut, was sich über den Tag mit ungefähr 1 cm pro Stunde aufgestaut hat. Diese allabendliche Regulierung des Pegelstands nennt man „Wasser ziehen“.  

Gerade zu Beginn des Februars wurde wieder wichtig, was bereits 1921 zum ersten Mal geschah: die Schleusentore waren mit elektrischen Antrieben und die Antriebselemente mit Heizungen gegen ein Einfrieren ausgestattet worden (bis dahin erfolgte die Bedienung der Schleusentore noch durch Handkurbelung). Der Neubau der Schleuse im Jahr 1973 fügte Generatoren hinzu, um mit Wasserkraft der Alster den Strombedarf der Schleuse zu decken. Seit 2013 ist es für den Schleusenwärter dank umgebauter elektrischer Schaltanlagen für einen halbautomatischen Schleusenbetrieb möglich, die Schleuse fernzusteuern und auch von Ferne zu überwachen. Früher musste Hand angelegt und auch das Eis im Winter mit dem Pickel entfernt werden. Seit der Neugestaltung des Rathausmarktes 1982 dient die Schleusenbrücke als Fußgängerweg.

Machen Sie mal eine Fleetfahrt der Alster-Touristik. Dabei werden Sie vom Jungfernstieg aus die Rathausschleuse sowie die Schaartorschleuse passieren.

MEIN TIPP

Wie gern würde ich Sie als zertifizierte Gästeführerin durch die Hansestadt führen, doch das ist uns zurzeit nicht vergönnt. Neu im Programm sind meine Online-Touren, bei denen ich Sie ganz bequem von zu Haus aus auf meinen Stadtrundgang mitnehme! Gern können Sie mich kontaktieren, um eine Stadtführung später dieses Jahr oder einen Online-Rundgang zu organisieren. Ich freue mich auf Ihre Ideen oder Sie schauen einfach unter Hamburgtouren, welche Stadtbesichtigung Ihren Geschmack trifft.

Das Alsterfleet

Zwischen Alster und Elbe gelegen, ist das Alsterfleet seit Ende des 19. Jahrhunderts der Hauptabfluss der Alster in die Elbe. Es ist die einzige durchgehend schiffbare Verbindung von Alster und Elbe. Der Mündungsbereich in den Binnenhafen Hamburgs liegt am Steinhöft (nahe Baumwall). Von hier hinauf, sind es in etwa 1.000 Meter bis zur Kleinen Alster hinter der Rathausschleuse.

Durch das Alsterfleet fahren heutzutage einige Alsterdampfer der Alster-Touristik, doch auch Lastkähne und selbstverständlich auch private Boote, wie Segelboote. Außerdem liegt im Alsterfleet seit 2020 die Grüne Schute des Projektes Lebendige Alster (Kooperationspartner: NABU Hamburg, BUND Hamburg, Aktion Fischotterschutz), welcher sich zum Ziel gesetzt hat, den Lebensraum Fleet weiter zu erforschen und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu fördern sowie die Lebensbedingungen für Klein- und Kleinstlebewesen zu verbessern. Es finden dort auch Führungen zum Thema statt.

Ehren-Alsterschleusenwärter

Die Idee der Ehren-Alsterschleusenwärter als symbolis causa Auszeichnung für Menschen, welche die Tore für Hamburg in der Welt öffnen, hielt im Jahr 1981 zum ersten Mal Einzug. Eigentlich eine fixe PR-Idee eines Hannoverschen Gastronomen, der just nach Hamburg gekommen war, hat sich die Verleihung dieser „Ver“-Dienstmedaille zu einem jährlichen Ereignis entwickelt, über das gesprochen wird. Durch historische Gegebenheiten vergibt die Stadt Hamburg keine Orden und somit ist eine Privatinitiative eingetreten.

Als Ehren-Alsterschleusenwärter erhält die/der Geehrte neben der Urkunde auch eine Medaille, welche eine Nachbildung der historischen Schleusenwärter-Dienstmarke ist. Diese ehemalige Marke gehörte bis 1906 als Mützenschild zur Dienstkleidung. Ein Exemplar befindet sich im Museum für Hamburgische Geschichte.

Als Residenz der Congregation wird der Alsterpavillion bezeichnet. Dort trifft sich der Freundeskreis der Congregation, in dem sich Meinungsmultiplikatoren aus allen Bereichen der Hansestadt befinden. Als Ehren-Alsterschleusenwärter wurden in den letzten Jahren Größen wie Freddy Quinn, Heidi Kabel, John Neumeier, Jan Fedder und Michael Batz ausgezeichnet, doch auch weniger bekannte Menschen wie Jürgen Roland, Gerd Prantner, Annemarie Dose oder das Quartett Salut Salon.

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