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Hamburg schleust 1 – Die Schaartorschleuse

Hamburg schleust 1 – Die Schaartorschleuse

Die Schaartorschleuse

Die letzte ihrer Art (insgesamt 10) – auf dem Weg von der Alsterquelle zur Elbe – doch in meinem Blog für Februar die erste, ist die Schaartorschleuse. Von der Elbe aus gesehen das erste Hindernis, das es zu überwinden gilt. „Hindernis“ ist vor allem für Fische die richtige Beschreibung, denn erst seit einigen Jahren werden die Alsterschleusen mit Fischtreppen versehen, um den natürlichen Wanderungen der Fische wieder zu ermöglichen. Die Schaartoschleuse besitzt jedoch (noch) keine. Zurzeit müssen die Fische über die Seitenfleete ausweichen. Im Jahre 1967 gebaut, ist sie eine direkte Konsequenz aus der Sturmflut von 1962.

Hier an der Schaartorschleuse mündet die Alster über das Alsterfleet in die Elbe. Die Schleuse dient dazu, den Pegelstand des Alsterfleets beständig unter dem der Außen- und Binnenalster zu halten, während ihn auf der Elbseite weiterhin die Tide bestimmt. Hier zeigt sich, wer ein erfahrener Skipper ist, denn das Passieren der Schaartorschleuse gestaltet sich aufgrund der sich ändernden Strömung der Elbe, der Schleuse und des angeschlossenen Schöpfwerks besonders herausfordernd, weswegen der Schiffsverkehr bei Öffnung der Schleusenkammern zu wasserstandsregulierenden Zwecken grundsätzlich eingestellt wird – vorzugsweise nachts. Schleusungen durch die beiden 7,2 Meter breiten und ca. 40 Meter langen Schleusenkammern finden normalerweise zwischen 6 und 22 Uhr statt.

Das Alsterschöpfwerk kann durch seine drei Pumpen überschüssiges Alsterwasser (bis zu 130.000 m³/h) – auch gegen einen höheren Pegelstand der Elbe – hinauspumpen, wodurch sie die Alster gegen einströmendes Elbwasser schütz. Sie ist damit Teil der Deichsicherungslinie an der Elbe und wurde zusammen mit der Hochwasserschutzanlage Baumwall 2013 komplett modernisiert und erhöht, denn aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der Elbvertiefungen steigen die Hochwasserpegel entlang der Elbe bis Hamburg und somit das Risiko einer Überflutung.

Seit der Modernisierung und vor allem der Aufwertung des Alsterwanderwegs kann man durchaus einen ruhigen Moment an der Seite der Schleuse auf den neu eingerichteten – zum Hinsetzen einladenden – Treppen verbringen und vielleicht den einen oder anderen Schleusungsvorgang beobachten.

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Binnenhafen Hamburg

Der Hamburger Binnenhafen trägt seinen Namen nicht zu Unrecht, ist er doch der älteste noch immer in Benutzung befindliche Teil des Hamburger Hafens. Vor Nikolai- und Alsterfleet gelegen, wird er Richtung Westen durch die Niederbaumbrücke vom Niederhafen getrennt. Die einzige noch bestehende Anlegebrücke am Kajen kann ausschließlich von Binnenschiffen angefahren werden und somit dient der Binnenhafen hauptsächlich als Ausfahrt des Zollkanals. Im Binnenhafen starten heute die Hafenrundfahrten von Bülow und die Flussschifferkirche hat dort ebenfalls ihren Liegeplatz, wenn sie nicht gerade unterwegs ist.

Im 16. Jahrhundert war der Binnenhafen noch für den Hauptumschlag im Nikolaifleet der Innenstadt mit einer vorgelagerten Reede versehen. Der Bau der Wallanalgen im 17. Jahrhundert bezog den Hafen in die Stadt ein und ließ ihn wachsen. Bereits zur Wende zum 18. Jahrhundert wurde er um den Niederhafen in die Elbe hinein erweitert. Bis 1880 als Segelschiffhafen genutzt, diente er seit dem Bau der Speicherstadt vor allem als Ausfahrt für den Zollkanal. Ein letztes Relikt aus dieser Zeit ist der noch immer an der Hohen Brücke zu findende, Neue Kran – ein eiserner Schwerlastkran, der 1858 den 1568 an derselben Stelle errichteten hölzernen Kran ersetzte.

Flutschutz

Flutschutz und Deichsicherung spielten in Hamburg schon immer eine große Rolle. Seit der großen Flut 1962 wurden deswegen diverse Flutschutz- und Deichsicherungsmaßnahmen ergriffen. Die auffälligste, jedoch gut als Flaniermeile getarnte, ist vermutlich der Elbboulevard, der die Deichsicherungslinie merklich erhöht hat und mit seinen mächtigen Flutschutztoren z. B. an der Niederbaumbrücke auch in Zukunft dafür sorgen wird, dass Hochwasser nicht in die Innenstadt eindringen.

Doch Überflutungen spielen sich für Hamburg nicht nur über die Elbe ab, denn auch im Flusslauf der Oberalster gibt es Problembereiche. Da der Klimawandel die Niederschläge in Hamburg und Norddeutschland vermutlich weiter ansteigen lässt, sind Forscher im internationalen Projekt „DIANE-CM“ damit beschäftig, zu testen, wie das Bewusstsein der Bewohner und der Behörden für die Risiken solcher Hochwasserereignisse im städtischen Raum erhöht werden kann. Es geht ebenfalls darum, die Zusammenarbeit der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg zu optimieren. Es beteiligen sich die Stadt Hamburg, die Leuphana Universität Lüneburg und Anwohner der Alster.

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