post-title Die Schweizer kommen – Castell #3 in Hamburg

Die Schweizer kommen – Castell #3 in Hamburg

Hamburg Altstadt St. Petri

Hamburg Altstadt St. Petri

Am Freitagmorgen waren sowohl meine Schweizer Gruppe als auch ich überpünktlich am ZOB, unserem Treffpunkt, so dass wir unsere Stadtrundfahrt auch gleich beginnen konnten. Nachdem wir um die Außenalster durch eines von Hamburgs Nobelvierteln gefahren waren und Bekanntschaft mit Straßennamen wie „Bellevue“ und „Schöne Aussicht“ gemacht hatten, konnten wir das Islamische Zentrum in Hamburg, sowie die Außenalster bei bei etwas diesigem bewundern. Für meine Stadtrundfahrten in Hamburg bestelle ich – als qualifizierte Gästeführerin natürlich immer Sonne :-), aber manchmal wird meinem Wunsch nicht entsprochen :-(. Nach einem Blick auf das Hotel Atlantic, der dauerhaften Heimat Udo Lindenbergs, konnten wir einen kurzen Abstecher um die Binnenalster machen und den legendären Jungfernstieg besichtigen. Weiter ging es auf unserer geführten Tour durch die Mönckebergstraße am Rathaus Hamburgs vorbei, damit wir schon einmal schauen konnten, wo unsere Tour gegen 12 Uhr enden würde. Von dort aus an der Laeiszhalle vorbei, durch das neue Komponistenquartier Hamburgs, erreichten wir den Michel (offizieller Name: St. Michaelis), den wir von innen leider nur teilweise bestaunen konnten, da die Vorbereitungen für das Erntedankfest am Wochenende in vollem Gange waren. Direkt von dieser heiligen Stätte fuhren wir dann über die „Sündige Meile“, die Reeperbahn, das ehemalige Niemandsland zwischen Hamburg und Altona, das heute von den Hamburgern „Kiez“ genannt wird. Eine langsame Fahrt durch die Große Freiheit ließ uns schon einen Ausblick auf den Abend erhaschen. Dann führte unsere Stadtrundfahrt in Hamburg uns runter zum Hafen, am Fischmarkt vorbei passierten wir Blohm + Voss, Hamburgs größten Arbeitgeber im Hafen, dem zweitgrößten Hafen Europas.

 

Alsterarkaden vom Rathausmarkt

Alsterarkaden vom Rathausmarkt

Dass dieser Hafen mit dem Tidenhub von ca. 3,60 m zu kämpfen hat, sieht man auch an den Landungsbrücken, die wir kurz darauf auf der rechten Seite hinter dem Alten Elbtunnel erblickten. Links die älteste U-Bahn Hamburgs (aufgrund ihrer überirdischen Streckenführung auch Hochbahn genannt), rechts die Museumsschiffe Rickmer Rickmers und Cap San Diego. – Diese Hamburg Tour beinhaltet alle Highlights Hamburgs – Über die Kornhausbrücke tauchten wir in die Speicherstadt ein. Hier am westlichen Ende erkennt man noch nicht so viel vom frisch gebackenen UNESCO-Weltkulturerbe, erst als wir zwischen der „alten“ Speicherstadt und der „hypermodernen“ HafenCity hindurch Richtung Osten fuhren, tauchten die alten Speicher des ehemaligen Freihafengebiets vom Ende des 19. Jahrhunderts auf. Doch auch die HafenCity mit ihren unterschiedlichen Gebäuden ist ein Blickfang. Elphi (offizieller Name: Elbphilharmonie), Cruise Terminal, Marco-Polo-Tower; das neue Stadtviertel wird bis zum Jahr 2025 noch in Richtung Osten bis zu den Elbbrücken ausgebaut.

An den Deichtorhallen, den ehemaligen Markthallen Hamburgs, vorbei kamen wir dann über die Mö (offizieller Name: Mönckebergstraße), der umsatzstärksten Einkaufsstraße Hamburgs, zur Keimzelle Hamburgs. Dort, wo im 9. Jahrhundert die erste Kapelle des Ortes stand, steht nun die St. Petri-Kirche und hält das geschäftige Treiben um sie herum standhaft aus. Wir parkten vor dem Rathaus, das Ende des 19. Jahrhunderts nach ca. 50-jähriger Planungszeit fertiggestellt, nachdem im Großen Brand 1842 das alte gesprengt worden war. Mit seinem Markt und den Arkaden sollte das Stadtzentrum etwas italienisches Flair nach Norddeutschland holen. Hier endete unsere Vormittagstour und jeder ging seiner Wege… bis…

Davidwache

Davidwache

… wir uns am Abend an den Landungsbrücken wiedertrafen, um die Reeperbahn noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Wir mussten die Gruppe aufteilen, da eine Kieztour – Reeperbahntour, St. Pauli-Tour- wie auch immer man sie nennen möchte, mit mehr als 20 Personen quasi unmöglich ist. Nachdem wir Hamburgs höchsten „Innenstadtberg“ erklommen hatten, ruhten wir uns etwas vor dem Bernhardt-Nocht-Institut für Tropenmedizin, dem Tropeninstitut von Weltruhm, etwas aus. Hier hörten meine Gäste bereits erste Informationen zur Reeperbahn, der Prostitution und dem Gegensatz zwischen Hamburg und Altona. Durch die Davidstraße passierten wir auch die für Frauen „verbotene“ Herbertstraße und kamen dann an der Davidwache, der Hauptwache der Reeperbahn an. Von dort aus machten wir einen kleinen Abstecher in eine der Seitenstraßen, die mittlerweile häufiger von Hamburgern genutzt werden, um den ca. 200.000 Besuchern am Wochenende auszuweichen. Auf der „Rückseite“ der Großen Freiheit hielten wir kurz am ehemaligen Israelitischen Krankenhaus an und betraten dann von Norden die Große Freiheit. Noch ein Blick auf die katholische Kirche St. Josef und auf den ehemaligen Star Club entschieden wir uns, an der Olivia Jones Bar vorbeizugehen und aufgrund unserer Gruppengröße in einem moderneren Pub auf dem Hans-Albers-Platz, ein Schnäpschen zu uns zu nehmen. Ein Hamburger Original sollte es sein: Ein Apfelkorn – mit Äpfeln aus dem Alten Land, im Südwesten Hamburgs. Bei der Gelegenheit konnten wir auch den Damen auf dem Hans-Albers-Platz bei der “Akquise” zuschauen.

Und dann war der schöne Ausflug schon wieder vorbei… Robert verabschiedete sich und ich begleitete die ganze Gruppe noch bis zum Bus. Ich hoffe, dass Sie wiederkommen werden – in die schönste Stadt der Welt!

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