post-title Hamburg leuchtet – 1

Hamburg leuchtet – 1

Hamburg leuchtet – 1

Weihnachtsbeleuchtung in der Hamburger Innenstadt

Jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit erleuchtet Hamburg in verschiedenen Ecken und Stadtteilen unterschiedlich farben- und formenfroh. Die Altstadt oder Innenstadt Hamburgs ist in Bezug auf Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr noch etwas variiert worden: Schlittschuhläuferinnen und Hockeyspieler, Menschen, die Tannenbäume und Geschenke auf Schlitten hinter sich herziehen sind nun über der Mönckebergstraße zu bewundern. Zusätzlich findet man – wie jedes Jahr – die kleinen, an Schneeflocken erinnernden Lämpchen über der Straße.

 

 

 

Auch die Levantehauspassage schmückt sich wieder: Die Eingänge sind mit Tannenzweigen und roten sowie goldenen Kugeln als auch traditionell mit Strohsternen oder Holzbildchen geschmückt. In der Rotunde steht der festliche Christbaum, dessen Spitze mit dem Stern bis ins Foyer des dort befindlichen Hotels Park Hyatt reicht.

 

 

 

St. Jacobi, eine der Innenstadtkirchen trumpft auch dieses Jahr am ersten Advent wieder mit einem schönen Wichernkranz auf, der in der sonst sehr schlichten Kirche gut zur Geltung kommt und dessen erste Kerze heute Morgen im Gottesdienst entzündet wurde. Wie gern würde ich Sie als zertifizierte Gästeführerin durch die Hansestadt führen, einen Stadtrundgang oder eine Lichterfahrt machen, doch das ist uns zurzeit nicht vergönnt. Lassen Sie uns trotzdem den Advent genießen! Gern können Sie mich kontaktieren, um eine Stadtführung im nächsten Jahr zu organisieren. Ich freue mich auf Ihre Ideen oder Sie schauen einfach unter Hamburgtouren, welche Stadtbesichtigung Ihren Geschmack trifft.

 

Levantehauspassage

Obwohl es im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, kann man es heute noch im fast originalen Stil erleben. Das Kontorhaus Levantehaus wurde in den 1990er Jahre von einem Kontorhaus in eine Einkaufspassage umgebaut und ist seitdem öffentlich zugänglich. Den Paternoster kann man heute nur noch hinter Glas und mit Werbung ausgestattet erleben, doch insgesamt ist ein Aufenthalt in der Levantehauspassage ein Ausflug in eine vergangene Zeit.

Für die Herkunft des Namens gibt es zwei Vermutungen: Entweder geht es auf die ehemalige Situation der Reeder im Handel mit dem Orient (Levante) zurück oder direkt auf den ersten bedeutenden Mieter, die Deutsche Levante Schifffahrtslinie. Ihr Logo, das stilisierte Sonnensymbol lässt einem auf jeden Fall warm ums Herz werden, gerade, wenn man im Winter in der Innenstadt unterwegs ist.

TIPP: Stöbern Sie in den Spezialitätengeschäften der Levantehauspassage und genießen Sie ein warmes Getränk während Sie die Atmosphäre auf sich wirken lassen!

 

Mönckebergstraße

Sie verbindet seit 1909 den Hamburger Hauptbahnhof und das Hamburger Rathaus und bildet zusammen mit der Spitaler Straße die Haupteinkaufstraße der Innenstadt Hamburgs. Benannt nach dem damaligen Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg ist sie Zeugnis der Resultate des Hamburger Sanierungsgesetzes nach der Cholera-Epidemie von 1892 und ersetzt die ehemaligen Gängeviertel in der Altstadt.

Sie ist Zeichen der Citybildung und wurde nach dem Zollanschluss Hamburgs mit prachtvollen Kontorhäusern ausgestattet. Wohnraum war dagegen kaum noch zu finden. Außer der vielen Einkaufsläden hat die Mönckebergstraße deswegen jedoch einige Prachtbauten im Angebot, häufig in Sandstein statt dem sonst allseits genutzten Backstein errichtet und fast immer mit Figuren oder anderen Dekorationen verziert.

TIPP: Schauen Sie bei Ihrem Spaziergang oder Ihrer nächsten Shopping-Tour ruhig einmal nach oben und lassen Ihren Blick über die verschiedenen Fassaden der beeindruckenden Kontorhäuser schweifen.

 

Jacobikirche

Die Sankt-Jacobi-Kirche in der Hamburger Innenstadt ist einer der fünf evangelischen Hauptkirchen in Hamburg. Sie spielt aufgrund ihrer Lage etwas abseits der Mönckebergstraße und verborgen hinter anderen Gebäuden nicht die Rolle, die sie spielen müsste. Als Pilgerkirche ist sie in der Altstadt mit ihrer Pilgerkapelle eine Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Ihre erste Erwähnung fand im Jahr 1255 statt, doch seitdem ist sie mehrfach umgebaut und restauriert worden. Die Franzosenzeit um 1810, der Stadtbrand 1842, die Cholera-Epidemie 1892, die Operation Gomorrha 1944 – sie alle haben dazu beigetragen, dass St. Jacobi ihr Gesicht häufig wandelte. In ihrer heutigen Gestalt besteht sie nun seit etwa 1963 und gerade haben Bund und Land eine großzügige Summe für die „Generalüberholung“ der Kirche bereitgestellt, um das historische Erbe der Jacobikirche – wie zum Beispiel die Arp-Schnitger-Orgel und den barocken Herrensaal – für zukünftige Generation zu sichern.

TIPP: In dieser Hamburger Hauptkirche befindet sich übrigens die Restaurierungswerkstatt für Restaurierungsarbeiten, ein deutschlandweit einmaliges Projekt zwischen Gemeinde und Denkmalschutzamt. Und jeden ersten Samstag im Monat von Mai bis Oktober (außerhalb von COVID-19-Restriktionen) kann man die Aussicht des Turms mit einen Stück Torte im Turmcafé genießen. Merken Sie sich das vor!

 

Wichernkranz – Eine Hamburger Erfindung

Der Wichernkranz ist der Vorläufer unseres heute allgemein bekannten Adventskranzes. Er wurde 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Mitbegründer der Evangelischen Diakonie Johann Heinrich Wichern (1808 – 1881) bei uns in Norddeutschland eingeführt, um den Straßenkindern, die er bei sich aufgenommen hatte, visuell die Zeit bis Weihnachten zu erklären. Die Kinder freuten sich so sehr auf Weihnachten, dass sie immer wieder nachfragten, wann es so weit sei. Die erste Version des Wichernkranzes war ein Wagenrad mit vier großen weißen und 20 kleinen roten Kerzen. Für jeden Tag im Dezember bis zum Heiligabend eine Kerze. So hing er in seiner Urform zum ersten Mal ab dem 1. Advent 1839 im Betsaal des Rauhen Hauses in Hamburg-Horn von der Decke. Der Adventskranz ist also eine Hamburger Erfindung!

TIPP: Einfach mal nachbauen und in der Adventszeit jeden Tag eine weitere Kerze entzünden!

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