post-title Al Nour Hamburg – eine Kirche wird Moschee – Gotteshaus bleibt Gotteshaus

Al Nour Hamburg – eine Kirche wird Moschee – Gotteshaus bleibt Gotteshaus

Al Nour Hamburg – eine Kirche wird Moschee – Gotteshaus bleibt Gotteshaus
Die ehemalige Kapernaumkirche ist heute die Al-Nour Moschee - Provokation - Problem - Progress?

Evangelisch-lutherische Kapernaumkirche

Das markante Gebäude an der Sievekingsallee, das mit seinem Turm und dem kupfergedeckten Faltdach in den frühen 1960er Jahren nach Entwürfen von Otto Kindt errichtet wurde, steht unter Denkmalschutz und kann deswegen von der islamischen Gemeinde zwar angepasst aber nicht völlig verändert werden. So prangt auch heute noch im von Claus Wallner ausgeführten Altarfenster ein stilisiertes Kreuz, welches ebenfalls als Sonne interpretiert werden kann.

In den Nachkriegsjahren wuchs Hamburgs Bevölkerung stark an. Vor allem die Arbeiterviertel wie Hamm und Horn verzeichneten einen großen Zuzug. Ein Bau einer neuen Kirche war deswegen nötig und der Grundstein wurde 1960 gelegt. Seit ihrer Fertigstellung war die Kapernaumkirche mit ihren von Beton- und Glaselementen durchbrochenen Backsteinfassaden ein Hingucker – und das soll sich auch als Moschee nicht ändern.

Eine Kirche wird Moschee – oder – Gotteshaus bleibt Gotteshaus

Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen in der Gemeinde wurde die Kapernaumkirche 2003 entweiht und stand bis 2013 leer. Der ehemalige Privatinvestor konnte seine eigenen Pläne für das Gebäude nicht umsetzen und verkaufte sie weiter. Der Moscheeverein Al-Nour zeigte Interesse und konnte durch viele Gespräche mit Kirchen- und Stadtvertreter:innen einen Erwerb und eine Sanierung erreichen. Finanziell wurde die Gemeinde nicht nur durch das Denkmalschutzamt Hamburg unterstütz sondern auch durch den Staat Kuwait, wofür nun einen Plakette die Seite des Gebäudes ziert. Seit Ende 2018 fühlen sich die Gemeindemitglieder nun hier und nicht mehr in einer Tiefgarage in Hamburg St. Georg heimisch.

Außen Kirche – innen Moschee

Schon in der Umbauphase versuchte die islamische Gemeinde, Berührungsängste abzubauen. So wurde zu verschiedenen arabischen Festen eingeladen, Essen spendiert und ein Dialog auf der Baustelle eingeführt. Da das Gebäude von außen unter Denkmalschutz steht, is es weiterhin als Kirche erkennbar und trägt nur statt eines Kreuzes den Schriftzug „Allah“ auf Arabisch. Im Inneren konnte die neueste Technik umgesetzt werden: Fußbodenheizung, LED-Beleuchtung, Sound-System.

Die Kirche schien nicht nur durch ihre Örtlichkeit und den Denkmalschutz geeignet für die islamische Gemeinde zu sein: die Ausrichtung der Gebetsnische nach Mekka führte dazu, dass der in der Türkei gefertigte Gebetsteppich die Gebetslinien schnurgerade im Innenraum präsentiert. Geometrie pur. Dass für die Gebetsnische und den Minbar (die islamische Form der Kanzel) eine Geheimtür mit Umweg nach außen eingebaut werden musste, fällt kaum auf.

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